Vorstandsvorwort

Foto: Vorstandsvorwort Begrüßung

im vergangenen Jahr 2014 ist die DEUTZ AG 150 Jahre alt geworden. Grund genug, diese lange, erfolgreiche, aber auch bewegte Unternehmensgeschichte mit verschiedenen Festivitäten und mit einem eigenen Buch zu würdigen. Wir sind stolz auf das Erreichte und werden in Zukunft alles daransetzen, das Unternehmen nachhaltig weiterzuentwickeln.

Erfolgreich waren wir im vergangenen Jahr beispielsweise mit der Einführung unserer neuen Produkte: So haben alle Motoren der neuesten Emissionsstufe EU Stufe IV bzw. US Tier 4 ihre Serienfreigabe erhalten, soweit dies nicht bereits erfolgt war. Dafür haben wir in den letzten Jahren unser komplettes Motorenportfolio überarbeitet. Die neuen Motoren zeichnen sich im Wettbewerb insbesondere durch die äußerst kompakte Baugröße aus. DEUTZ-Motoren stehen auch für geringen Kraftstoffverbrauch, niedrige Lebenszykluskosten und auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittene Abgasnachbehandlungskonzepte. Damit haben wir unsere technologische Führungsrolle erneut unter Beweis gestellt. Und auch die Kunden würdigen dies: Neben zahlreichen Aufträgen von bestehenden Kunden freuen wir uns über diverse Neukunden über alle Regionen und Anwendungen hinweg.

Und wir gehen sogar noch einen Schritt weiter: Bereits heute erfüllen wir mit unseren mit einem Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren im Bereich 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum die für 2019 avisierte nächste Emissionsstufe EU Stufe V. Durch unsere Technologie sind wir in der Lage, zwei Emissionszyklen mit der gleichen Produktausprägung zu durchfahren, was unseren Kunden langfristige Planungssicherheit, Flexibilität und stabile Technologie bietet. Damit sparen unsere Kunden hohe Investments für die Anpassung ihrer Geräte, die sie für die Gewinnung von Marktanteilen aufwenden können. Dies zahlt sich für uns in einem höheren Absatz aus.

Verehrte Damen und Herren, wir haben 2014 die drei Säulen unserer Wachstumsstrategie um das Effizienz- und Qualitätsprogramm »Operative Exzellenz« – als Fundament für profitables Wachstum – ergänzt. Schwerpunkte liegen beispielsweise in der kontinuierlichen Qualitätsverbesserung, dem Lieferkettenmanagement und der Komplexitätsreduzierung. Zudem haben wir in diesem Rahmen unsere Standorte weltweit überprüft. Im Ergebnis haben wir, wie kommuniziert, umfassende Standortoptimierungen in Deutschland beschlossen. Diese befinden sich wie geplant in der Umsetzung. Sie betreffen zum einen die Konsolidierung unserer Kölner Standorte und zum anderen die Integration des Werks für Austauschmotoren aus Übersee am Chiemsee in das Werk Ulm. Wir versprechen uns von diesen Maßnahmen eine nachhaltige Steigerung unserer Effizienz.

Unsere Aktivitäten in China stehen vor dem Hintergrund der veränderten Marktlage auf dem Prüfstand. Wir bleiben vom langfristigen Potenzial des chinesischen Marktes voll überzeugt – und haben unsere Vertriebsaktivitäten verstärkt. Zugleich haben wir uns entschieden, unsere Produktion in China auf unser bewährtes und erfolgreiches Joint Venture DEUTZ Dalian zu fokussieren, das über ausreichende Kapazitäten verfügt.

Sie sehen, viele interne und externe Faktoren – wie die konjunkturelle Eintrübung zum Jahresende und einige schwächelnde Absatzmärkte – haben unser Geschäft im vergangenen Jahr beeinflusst. Der Auftragseingang lag im Gesamtjahr 2014 bei 1.379,0 Mio. € und damit 16,4 % unter dem hohen Vorjahreswert. Mit 196.403 verkauften Motoren ist der Umsatz jedoch um 5,3 % auf 1.530,2 Mio. € gestiegen und entsprach damit unserer korrigierten Prognose. Dabei haben wir auch von dem Emissionswechsel für Motoren < 130 kW in der EU und damit zusammenhängenden Vorbaumotoreneffekten profitiert. Europäische Kunden haben in den ersten neun Monaten 2014 mehr Motoren gekauft als benötigt, was in folgenden Quartalen zu Minderbedarfen führt.

Unser operatives Ergebnis (EBIT vor Einmaleffekten) ist von 47,5 Mio. € im Vorjahr auf 31,7 Mio. € gesunken. Die EBIT-Marge (vor Einmaleffekten) betrug 2,1 % und entsprach damit ebenfalls unserer korrigierten Prognose. Im dritten Quartal 2014 wurde das Ergebnis hierbei mit 20,4 Mio. € belastet. Wir haben die Rückstellungen für Gewährleistungskosten deutlich erhöht, nachdem bei Motoren aus dem Segment DEUTZ Compact Engines vor allem aus dem Produktionsjahr 2011 in erhöhtem Umfang Gewährleistungsfälle aufgetreten waren. Durch entsprechende Prozessänderungen und Qualitätssicherungsmaßnahmen haben wir unmittelbar sichergestellt, dass nur noch einwandfreie Teile in die Produktion einfließen. Nach heutigem Erkenntnisstand wurde mit der erhöhten Rückstellung in vollem Umfang bilanzielle Vorsorge für zukünftige Belastungen getroffen, die aus diesem Sachverhalt zu erwarten sind. Ohne diese Belastung und weitere Sondereffekte hätte die EBIT-Marge (vor Einmaleffekten) 3,4 % betragen.

Sehr erfreulich war die Entwicklung des Free Cashflows, der sich gegenüber Vorjahr auf 52,0 Mio. € nahezu vervierfacht hat. Nachdem unsere neuen Produkte mittlerweile alle am Markt eingeführt sind, werden diesbezügliche Investitionen abgeschrieben, während die in den letzten Jahren erhöhten Entwicklungsausgaben und Investitionen wieder zurückgefahren werden konnten.

Foto: Vorstand
V. l. n. r. :

Michael Wellenzohn Vorstand Vertrieb/Service und Marketing
Dr. Margarete Haase Vorstand Finanzen, Personal, Investor und Public Relations
Dr.-Ing. Helmut Leube Vorstandsvorsitzender Technische und zentrale Funktionen

Der Kurs der DEUTZ-Aktie hat im vergangenen Jahr rund 38 % nachgegeben und beendete das Börsenjahr bei einem Stand von 4,00 €. Diese Entwicklung stand sicherlich in Zusammenhang mit unseren Geschäftszahlen, die teilweise niedriger als zunächst erwartet ausfielen. Wir sind jedoch überzeugt, dass unsere Aktie, ebenso wie unser Geschäft, verstärkt zyklischen Schwankungen unterworfen ist, im positiven wie im negativen Sinne. So erwarten wir bei einer allgemeinen Geschäftsbelebung auch wieder deutlich steigende Kurse. Zudem streben wir auch in einem herausfordernden Geschäftsumfeld eine Dividendenkontinuität an. Gemeinsam mit dem Aufsichtsrat schlagen wir für das Geschäftsjahr 2014 die Zahlung einer unveränderten Dividende in Höhe von 0,07 € je Aktie vor.

Unser Unternehmenserfolg ist nur möglich durch den beachtlichen Einsatz und das hohe Engagement unserer Mitarbeiter rund um den Globus. Ihnen möchten wir an dieser Stelle unseren Dank aussprechen – gerade in Zeiten, in denen ein Hauptaugenmerk von uns auf Effizienzsteigerungen liegt. Auch unseren zum Teil bereits langjährigen sowie den neuen Kunden, Lieferanten und weiteren Partnern unseres Unternehmens danken wir sehr herzlich für ihr Vertrauen und die Zusammenarbeit.

Für das laufende Jahr erwarten wir ein Übergangsjahr, das stark durch Minderbedarfe aufgrund der erwähnten Vorbaumotoren aus dem Berichtsjahr geprägt sein wird. So erwarten wir für das Geschäftsjahr 2015 einen Umsatzrückgang in der Größenordnung von 10 % und eine moderate Verbesserung der EBIT-Marge vor Einmaleffekten auf rund 3 %. Wir sind überzeugt, dass DEUTZ mit den eingeleiteten Maßnahmen langfristig profitabel wachsen und das Ergebnisniveau deutlich verbessern wird.

Freundliche Grüße aus Köln

Dr.-Ing. Helmut Leube       Dr. Margarete Haase       Michael Wellenzohn