Ertragslage

DEUTZ-Konzern: Umsatz

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz

Auch Umsatz hat zugenommen

Im Geschäftsjahr 2014 erlöste DEUTZ 1.530,2 Mio. € und damit 5,3 % mehr als im Vorjahr. Dort hatte der Umsatz 1.453,2 Mio. € betragen. Unser zum Jahresbeginn genanntes Ziel eines Umsatzanstiegs im niedrigen zweistelligen Prozentbereich haben wir damit nicht erreicht, wohl aber die im November 2014 revidierte Prognose von rund 1,5 Mrd. €. Der Umsatz hat um 1,4 Prozentpunkte weniger zugelegt als der Absatz. Zwar ist der Anteil höherwertiger Motoren auch im Berichtsjahr wiederum gestiegen, allerdings wurde dieser positive Effekt durch eine Mixverschiebung in Richtung kleinerer Leistungsklassen überkompensiert. Der Emissionswechsel für Motoren < 130 kW in der EU hat zu sogenannten Vorbaumotoreneffekten in diesem Leistungsbereich geführt. Im Vorgriff auf diesen Emissionswechsel zum 1. Oktober 2014 haben europäische Kunden in den ersten neun Monaten 2014 mehr Motoren gekauft als benötigt, was in folgenden Quartalen zu entsprechenden Minderbedarfen führen wird bzw. im vierten Quartal 2014 geführt hat.

DEUTZ-Konzern: Konzernumsatz nach Quartalen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Konzernumsatz nach Quartalen

Unterjährig war die Tendenz bei den Umsatzerlösen dementsprechend bis auf das vierte Quartal positiv: Nach 342,7 Mio. € im ersten Quartal erlösten wir 410,7 Mio. € im zweiten Quartal und 424,5 Mio. € im dritten Quartal. Das Schlussquartal war schließlich mit 352,3 Mio. € das schwächste. Hier lag der Umsatz 14,1 % unter dem Vorjahreswert. Neben dem bereits erwähnten Vorbaumotoreneffekt war dies auch auf eine konjunkturelle Abschwächung zum Jahresende zurückzuführen.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Anwendungsbereichen

Unser größter Anwendungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen konnte seinen Umsatz deutlich um 48,5 % auf 715,3 Mio. € ausweiten. Dem Servicegeschäft und dem Anwendungsbereich Stationäre Anlagen gelangen leichte Zuwächse um 2,2 % bzw. 3,2 %. Die Landtechnik gab hingegen um 20,9 % nach. Um mehr als die Hälfte ist der Umsatz im Anwendungsbereich Automotive gesunken, da DEUTZ wie bereits erwähnt die Emissionsstufe 6 nicht eingeführt hat. Unser Automotive-Geschäft verlagert sich stark in Richtung Asien, insbesondere zu unserem Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. (DEUTZ Dalian). Dieses Joint Venture, an dem wir 50 % der Anteile halten, wird jedoch nur at-equity konsolidiert, so dass dessen Umsatz nicht in unserem Konzernumsatz enthalten ist.

DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Umsatz nach Regionen

Regional betrachtet ist der Umsatz in der Region Amerika signifikant um 34,6 % auf 256,6 Mio. € gestiegen. In der Region EMEA (Europa, Mittlerer Osten und Afrika) verblieb der Umsatz mit 1.166,2 Mio. € hingegen ebenso wie in der Region Asien/Pazifik mit 107,4 Mio. € auf Vorjahresniveau. Bei einer Pro-forma-Betrachtung zusammen mit den Umsätzen des at-equity bewerteten Joint Ventures DEUTZ Dalian hätte sich der Umsatz in der Region Asien/Pazifik auf 467,1 Mio. € und der Anteil der Region am Gesamtumsatz auf 24,7 % erhöht.

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite vor Einmaleffekten

Grafik: DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis und EBIT-Rendite vor Einmaleffekten

DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis nach Quartalen

Grafik: DEUTZ-Konzern: Operatives Ergebnis nach Quartalen

Ergebnisentwicklung

Das um Einmaleffekte bereinigte operative Ergebnis vor Abschreibungen (EBITDA vor Einmaleffekten) belief sich im Geschäftsjahr 2014 auf 137,4 Mio. € (2013: 142,0 Mio. €). Trotz der positiven Entwicklung des Geschäftsvolumens ist das EBITDA vor Einmaleffekten im Vergleich zum Vorjahr um 4,6 Mio. € gesunken. Der Rückgang ist hauptsächlich auf gestiegene Gewährleistungskosten zurückzuführen. Wie bereits im Oktober 2014 kommuniziert, haben wir im dritten Quartal des Geschäftsjahres eine außerplanmäßige Zuführung zu den Rückstellungen für Gewährleistungskosten mit einem Ergebniseffekt von 20,4 Mio. € nach Abzug von Versicherungsansprüchen vorgenommen.

Das operative Ergebnis nach Abschreibungen (EBIT vor Einmaleffekten) lag im Berichtsjahr bei 31,7 Mio. € und damit um 15,8 Mio. € unter dem Ergebnis des Vergleichszeitraums (2013: 47,5 Mio. €). Die EBIT-Rendite vor Einmaleffekten ist damit im Geschäftsjahr 2014 auf 2,1 % gesunken (2013: 3,3 %), so dass wir unser zu Beginn des Jahres 2014 in Aussicht gestelltes Ziel von > 4,0 % nicht erreichen konnten. Dies ist hauptsächlich auf die außerplanmäßige Zuführung zu den Rückstellungen für Gewährleistungskosten im dritten Quartal des Geschäftsjahres 2014 und die nicht erreichten Ziele beim Geschäftsvolumen zurückzuführen. Die im November revidierte Prognose von 2,0 % haben wir jedoch erreicht. Ohne die außerplanmäßige Zuführung zu den Rückstellungen und weitere Sondereffekte hätte die EBIT-Rendite vor Einmaleffekten 3,4 % betragen. Die Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte vor Einmaleffekten sind im Berichtsjahr um 11,2 Mio. € auf 105,7 Mio. € angestiegen. Zum einen sind infolge der erfolgten Serieneinführung aller Motoren der neuesten Emissionsstufe die planmäßigen Abschreibungen nochmals etwas angestiegen. Zum anderen sind am Jahresende 2014 aufgrund veränderter Markterwartungen außerplanmäßige Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 9,5 Mio. € angefallen, vor allem auf aktivierte Entwicklungskosten.

Im vierten Quartal 2014 belief sich die EBIT-Rendite vor Einmaleffekten auf 2,5 %. Die Entwicklung des operativen Ergebnisses (EBIT vor Einmaleffekten) war in diesem Quartal durch zahlreiche weitere Effekte gekennzeichnet, die sich jedoch größtenteils ausgeglichen haben. Dem positiven Ergebnisbeitrag aus dem Verkauf von Motorenlizenzen an eine algerische Gesellschaft im Rahmen des Industrialisierungsprogramms des Landes in Höhe von 14,3 Mio. € standen folgende Belastungen gegenüber: Neben den bereits erwähnten Wertkorrekturen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte von 9,5 Mio. € sind im Zusammenhang mit der Beteiligung an unserem argentinischen Joint Venture DEUTZ AGCO Motores S.A. Wertminderungen bei den at-equity bewerteten Finanzanlagen von 1,8 Mio. € sowie bei sonstigen Forderungen von 2,0 Mio. € (bzw. 2,5 Mio. € im Gesamtjahr) vorgenommen worden.

Nach Einmaleffekten lag das operative Ergebnis (EBIT) im Berichtsjahr bei 12,8 Mio. € (2013: 47,5 Mio. €). Die Einmaleffekte in Höhe von –18,9 Mio. € betrafen insbesondere Aufwendungen im Zusammenhang mit den Maßnahmen zur Optimierung unserer deutschen Standorte von –17,1 Mio. € sowie außerplanmäßige Wertkorrekturen bei den Sachanlagen unseres chinesischen Tochterunternehmens DEUTZ Engine (Shandong) Co., Ltd. infolge schlechterer Markterwartungen und der damit einhergehenden Anpassung der strategischen Ausrichtung im Hinblick auf das Tochterunternehmen (–1,8 Mio. €). Insgesamt fielen die Einmaleffekte sowohl im Segment DEUTZ Compact Engines (DCE) als auch im Segment DEUTZ Customised Solutions (DCS) an. Die EBIT-Rendite ging demzufolge insgesamt auf 0,8 % zurück (2013: 3,3 %).

Bedingt durch die Sondereffekte im Geschäftsjahr 2014 sowie das geringer als erwartet ausgefallene Geschäftsvolumen hat sich unsere interne Steuerungsgröße Return on Capital Employed (ROCE vor Einmaleffekten)1) auf 3,9 % verschlechtert (2013: 6,0 %). Unser zu Beginn des Jahres gesetztes Ziel > 6,0 % konnten wir damit nicht erreichen.

1) Return on Capital Employed (ROCE vor Einmaleffekten): gemessen durch das Verhältnis von EBIT vor Einmaleffekten zu durchschnittlichem Capital Employed. Capital Employed: Bilanzsumme abzüglich Zahlungsmitteln und -äquivalenten, Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstigen kurz- und langfristigen Verbindlichkeiten basierend auf Durchschnittswerten von zwei Bilanzstichtagen.

Umsatzkosten

Die Umsatzkosten summierten sich im Geschäftsjahr 2014 auf 1.327,6 Mio. € (2013: 1.257,4 Mio. €). Der Anstieg um 5,6 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist insbesondere auf höhere Aufwendungen für Material, Personal und Leiharbeitskräfte als Folge des gestiegenen Geschäftsvolumens sowie die außerplanmäßige Zuführung zu Rückstellungen für Gewährleistungskosten zurückzuführen. Der Anteil der Umsatzkosten an den Umsatzerlösen lag mit 86,8 % auf dem Niveau des Vorjahreszeitraums (2013: 86,5 %).

DEUTZ-Konzern: Übersicht zur Ertragslage    
  2014 2013
in Mio. €    
Umsatzerlöse 1.530,2 1.453,2
Umsatzkosten –1.327,6 –1.257,4
Forschungs- und Entwicklungskosten –74,3 –58,7
Vertriebs-und Verwaltungskosten –100,0 –96,1
Sonstige betriebliche Erträge 22,9 17,0
Sonstige betriebliche Aufwendungen –41,4 –13,9
Beteiligungsergebnis 3,0 3,4
EBIT 12,8 47,5
davon Einmaleffekte –18,9
EBIT vor Einmaleffekten 31,7 47,5
Zinsergebnis –6,1 –6,0
Ertragsteueraufwendungen 12,8 –5,5
Konzernergebnis 19,5 36,0

Forschungs- und Entwicklungskosten

Die Forschungs- und Entwicklungskosten lagen im Berichtszeitraum bei 74,3 Mio. € (2013: 58,7 Mio. €). Sie umfassen im Wesentlichen Abschreibungen auf bereits fertiggestellte Entwicklungsprojekte sowie Personal- und Materialaufwendungen. Vereinnahmte Investitionszuschüsse und aktivierte Entwicklungskosten werden mindernd berücksichtigt. Der Anstieg gegenüber dem Vorjahr ist vor allem auf außerplanmäßige Wertkorrekturen auf fertiggestellte Entwicklungsprojekte in Höhe von 9,2 Mio. €, bedingt durch veränderte Nachfrageerwartungen, zurückzuführen. Daneben sind auch die planmäßigen Abschreibungen auf fertiggestellte Entwicklungsprojekte gestiegen, nachdem die Serieneinführung der neuen Motoren erfolgt war.

Vertriebs- und Verwaltungskosten

Die Vertriebs- und Verwaltungskosten betrugen im Berichtsjahr 100,0 Mio. €; gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 ist dies ein Anstieg um 3,9 Mio. € (2013: 96,1 Mio. €). Im Verhältnis zu den Umsatzerlösen sind die Vertriebs- und Verwaltungskosten dagegen aufgrund des höheren Geschäftsvolumens von 6,6 % im Vorjahr auf 6,5 % im Berichtsjahr sogar leicht gesunken.

Sonstige betriebliche Erträge

Die sonstigen betrieblichen Erträge sind gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 5,9 Mio. € auf 22,9 Mio. € angestiegen (2013: 17,0 Mio. €). Maßgeblich dafür waren positive Effekte aus der Umrechnung von Fremdwährungspositionen. Den im Vergleich zum Vorjahreszeitraum höheren Fremdwährungsgewinnen steht jedoch ein Anstieg von Fremdwährungsverlusten im selben Zeitraum gegenüber. Fremdwährungsverluste werden unter den sonstigen betrieblichen Aufwendungen ausgewiesen.

Sonstige betriebliche Aufwendungen

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen lagen im Berichtszeitraum bei 41,4 Mio. €. Damit sind sie gegenüber dem Vergleichszeitraum 2013 um 27,5 Mio. € gestiegen (2013: 13,9 Mio. €). Diese Entwicklung ist neben dem Anstieg der Fremdwährungsverluste hauptsächlich auf die Bildung von Rückstellungen für Restrukturierungsmaßnahmen im Rahmen der beschlossenen Standortoptimierungen zurückzuführen.

Ergebnis aus at-equity bewerteten Finanzanlagen

Das At-equity-Ergebnis hat sich gegenüber dem Vergleichszeitraum um 0,3 Mio. € auf 1,9 Mio. € verbessert (2013: 1,6 Mio. €). Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist insbesondere durch zwei gegenläufige Effekte geprägt. Während unser chinesisches Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. den Ergebnisbeitrag durch Volumen- und Effizienzgewinne um 2,2 Mio. € auf 3,5 Mio. € deutlich steigern konnte, haben wir bei unserem argentinischen Joint Venture DEUTZ AGCO Motores S.A. bedingt durch eine ungünstige Marktentwicklung in Südamerika eine Wertminderung auf den At-equity-Wert vorgenommen.

Übriges Finanzergebnis

Der Rückgang beim übrigen Finanzergebnis resultiert hauptsächlich aus der Veräußerung unseres Anteils an der DEUTZ Versicherungsvermittlung GmbH, Köln, im Vorjahr.

Zinsergebnis

Das Zinsergebnis blieb im Geschäftsjahr 2014 gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert (2014: –6,1 Mio. €; 2013: –6,0 Mio. €). Bedingt durch das geringere Zinsniveau sind sowohl die Finanzierungsaufwendungen als auch die Zinserträge in einem vergleichbaren Ausmaß gesunken.

Ertragsteuern

Im Geschäftsjahr 2014 ergab sich insgesamt ein Steuerertrag in Höhe von 12,8 Mio. € nach einem Ertragsteueraufwand im Vorjahr in Höhe von 5,5 Mio. €. Die originären Steueraufwendungen betrugen 9,1 Mio. € und sind leicht um 1,6 Mio.€ gegenüber dem Vorjahr gesunken (2013: 10,7 Mio. €). Den originären Steueraufwendungen standen latente Steuererträge in Höhe von 21,9 Mio. € (2013: 5,2 Mio. €) gegenüber. Diese resultieren zum einen aus der Umkehr passiver Steuerlatenzen aus der Aktivierung von Entwicklungsleistungen nach IFRS sowie zum anderen aus gestiegenen aktiven Steuerlatenzen aus Feststellungen der bei der DEUTZ AG für die Jahre 2009 bis 2011 durchgeführten Betriebsprüfung, die zu angepassten Steuerbilanzansätzen bei der DEUTZ AG zum 31. Dezember 2014 führten.

Ergebnis je Aktie

Aufgrund des Rückgangs des operativen Ergebnisses und der Einmalbelastung aus der Standortoptimierung ist das Konzernergebnis im Geschäftsjahr 2014 im Vergleich zum Vorjahr um 16,5 Mio. € auf 19,5 Mio. € zurückgegangen (2013: 36,0 Mio. €). Dies führte zu einem Ergebnis je Aktie in Höhe von 0,18 € (2013: 0,30 €).