Forschung und Entwicklung

Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen)1)

Grafik: Forschungs- und Entwicklungsausgaben (nach Zuschüssen)

1) Forschungs- und Entwicklungsausgaben abzüglich der von Großkunden und
Entwicklungspartnern erhaltene Zuschüsse.

 

Forschungs- und Entwicklungsausgaben auf Vorjahresniveau

Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich 2014 auf 68,7 Mio. € (2013: 71,1 Mio. €). Abzüglich der von Großkunden und Entwicklungspartnern erhaltenen Zuschüsse lagen die Ausgaben bei 53,1 Mio. € (2013: 52,6 Mio. €). Damit bewegten sich die Entwicklungsausgaben nach Zuschüssen auf Vorjahresniveau. Die F&E-Quote (nach Zuschüssen) – das Verhältnis von Netto-Entwicklungsausgaben zum Konzernumsatz – ist wie geplant geringfügig auf 3,5 % gesunken (2013: 3,6 %). Von den Entwicklungsausgaben nach Zuschüssen wurden im Berichtsjahr 50 % aktiviert (2013: 64 %).

In der Segmentbetrachtung beliefen sich die Ausgaben nach Zuschüssen bei DEUTZ Compact Engines auf 48,1 Mio. € (2013: 48,8 Mio. €), bei DEUTZ Customised Solutions auf 5,0 Mio. € (2013: 3,8 Mio. €).

Erfolgreiche Einführung der EU Stufe IV/US Tier 4 Produkte

Im vergangenen Jahr haben alle Motoren der neuesten Emissionsstufe EU Stufe IV/US Tier 4 ihre Serienfreigabe erhalten, soweit dies nicht bereits vorher erfolgt war. Aufgrund dieser Emissionsstufe hat DEUTZ in den Vorjahren sein komplettes Motorenportfolio überarbeitet. Das Ergebnis sind sehr kompakte Motoren mit auf die Kundenbedürfnisse zugeschnittenen Abgasnachbehandlungskonzepten und niedrigen Lebenszykluskosten. Diese Emissionsstufe hat es teilweise erforderlich gemacht, die Motoren um Abgasnachbehandlungssysteme zu ergänzen. Mit einer vergleichbar komplexen Herausforderung rechnen wir in der Zukunft nicht mehr – vielmehr erwarten wir, dass wir diese Motoren bis weit in das nächste Jahrzehnt vermarkten können.

Stage V ready

Auch weiterhin wollen wir mit unseren Motoren technologisch führende Konzepte verfolgen. Die nächste europäische Emissionsstufe EU Stufe V, die für 2019 avisiert ist2), wird von unseren mit einem Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren im Bereich 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum bereits heute erfüllt. Eine Zertifizierung wird folgen, sobald dies möglich ist. Eine weitere Emissionsstufe in den USA ist bis dato nicht geplant. Auch zukünftig beabsichtigen wir, weitere Leistungssteigerungen der Motoren bei gleichen Baumaßen zu erreichen und damit weiterhin den Downsizing-Trend aktiv zu forcieren. Im Rahmen unseres Abgasnachbehandlungskonzepts DVERT – der DEUTZ Variablen Emissions-Reduktions-Technologie – bieten wir unseren Kunden modulartig auf ihre Bedürfnisse zugeschnittene Abgasnachbehandlungskonzepte an. Wir haben bereits heute für alle vorgenannten Motoren einen Dieselpartikelfilter im Angebot.

Vorentwicklungsaktivitäten ausgeweitet

Eine intensive Forschung und Entwicklung bleibt auch zukünftig die Basis für die Innovationsführerschaft von DEUTZ in seiner Branche. Mit dem erfolgreichen Abschluss der Einführung der neuesten Emissionsstufe besteht allerdings die Möglichkeit, dass die Entwicklungsausgaben noch etwas sinken. Die Anzahl der Mitarbeiter im F&E-Bereich werden wir daher im laufenden Jahr reduzieren. Auch verlagern sich die Schwerpunkte von der Neu- und Weiterentwicklung von Motoren zur Serienbetreuung und Vorentwicklung. Rund 77 % (2013: 86 %) aller F&E-Ausgaben (nach Zuschüssen) entfielen auf die Neu- und Weiterentwicklung von Motoren, 14 % (2013: 10 %) auf die Serienbetreuung einschließlich Kundenapplikationen und 9 % (2013: 4 %) auf Vorentwicklungsaktivitäten.

Weiterentwicklung der spezifischen Funktionalität

Unsere Produktpalette wollen wir mit Weiterentwicklungen abrunden. Die Serieneinführung des TCD 3.6 High Torque mit einer Leistung < 56 kW (EU Stufe IV/US Tier 4) ist beispielsweise für das laufende Jahr geplant. Dieser Motor stellt mit einer optimierten Drehmomentkurve im niedrigen bis mittleren Drehzahlbereich den Kunden die gleiche Performance (Drehmoment) wie baugleiche Motoren mit einer höheren Leistungsvariante zur Verfügung. Der Vorteil ergibt sich hier durch eine kompaktere, weniger aufwändige Abgasnachbehandlung. Gerade bei bauraumbegrenzten Anwendungen, zum Beispiel bei Traktoren, zeigt sich in der Praxis der deutliche Vorteil dieser Auslegung.

Neue technische Konzepte

Wir entwickeln ständig neue, innovative Ansätze und haben hier unsere Aktivitäten zuletzt ausgeweitet. Beispielsweise konnten wir im letzten Jahr zusammen mit der Firma TEREX Fuchs und gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie einen Umschlagbagger mit einem Hybridsystem ausstatten und als Prototyp betreiben. Während in der Automobilindustrie Hybridsysteme inzwischen fester Bestandteil der Produktpalette sind, findet man heute im Bereich der Baumaschinen lediglich Prototypen bzw. angehende Kleinserien. Besondere Eigenschaften des entwickelten Hybridsystems sind die dynamische Drehzahlabsenkung des Dieselmotors, die Energierückgewinnung und eine Start-Stopp-Funktion. Bei den bisherigen Versuchen konnten eine Kraftstoffeinsparung und eine CO2-Reduzierung von über 40 % realisiert und der Testfahrer für die Leistungsfähigkeit des Systems begeistert werden.

Kontinuierliche Prozessoptimierungen

Aufgrund der kontinuierlich steigenden Komplexität der zu entwickelnden Systeme erfolgt systematisch und kontinuierlich eine Verbesserung der Prozesse. Somit können die neuen hochwertigen Systeme mit einem vertretbaren Entwicklungsaufwand und dem bestehenden hohen Qualitätsanspruch entwickelt werden. Gerade bei dem Thema Steuerung und Regelung des Verbrennungsmotors und des nachgeschalteten Abgasnachbehandlungssystems hat sich die Anzahl der im elektronischen Steuerungssystem zu hinterlegenden Daten vervielfacht. Hier haben wir einen neuen Datensatzentwicklungsprozess mit integrierter Validierung entwickelt und implementiert.

Schutzrechte sichern unser Knowhow

Mit Patenten, Patentanmeldungen und Gebrauchsmustern schützen wir unser Knowhow vor fremder, unbefugter Nutzung. Im Berichtsjahr haben wir 19 neue Schutzrechte angemeldet, davon sieben im Inland. Insgesamt verfügen wir nun über 168 deutsche und 261 ausländische Schutzrechte.

 

2) Vorschlag der EU-Kommission zur EU Stufe V gemäß Veröffentlichung vom 25. September 2014.

Mein Bericht
  • fileadmin/14_GB/PDF_DE/DEUTZ_AG_GB2014_zusammengefasster_konzernlagebericht_geschaeftsentwicklung_konzern_forschung_und_entwicklung.pdf
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