Prognosebericht

WIRTSCHAFTLICHE PROGNOSEN VERHALTEN OPTIMISTISCH

Der Internationale Währungsfonds (IWF)1) prognostiziert eine leicht zunehmende Wachstumsdynamik für die globale Wirtschaft: Nach einem Plus von 3,3 % im Berichtsjahr soll sie 2015 um 3,5 % und 2016 um 3,7 % expandieren.

Dabei wurden die Wachstumsprognosen für wesentliche Länder wie China, Russland, den Euro-Raum und Japan zuletzt nach unten korrigiert. Lediglich die Erwartungen für die USA sind in den aktuellen Prognosen nach oben angepasst worden. So rechnet der IWF für die Industrieländer in 2015 mit einem Wachstum von 2,4 % (2014: 1,8 %). Die Wirtschaft im Euro-Raum soll sich weiter erholen und ein Plus von 1,2 % im laufenden Jahr verzeichnen, nach 0,8 % in 2014. Für 2016 wird ein weiterer leichter Anstieg auf 1,4 % erwartet. Die regionalen Unterschiede bleiben dabei aber bestehen. Die deutsche Wirtschaft wird 2015 voraussichtlich um 1,3 % wachsen und damit etwas weniger als in 2014 mit 1,5 %. Für die USA wird ein starkes Wachstum von 3,6 % im laufenden und 3,3 % im kommenden Jahr prognostiziert. In China wird sich das Wachstumstempo weiter verlangsamen, in 2015 auf 6,8 % und in 2016 auf 6,3 %.

Der ifo Geschäftsklimaindex2) für die gewerbliche Wirtschaft in Deutschland ist im Januar 2015 zum dritten Mal in Folge gestiegen: Er lag bei 106,7 Punkten nach 105,5 Punkten im Vormonat. Der ISM-Einkaufsmanagerindex in den USA ist zuletzt etwas gefallen, impliziert mit einem Wert von 53,50 per Januar 20153) aber weiterhin eine aufstrebende Wirtschaftsaktivität.

1) IWF World Economic Outlook, Januar 2015.

2) ifo Institut, Januar 2015.

3) ISM Institute for Supply Management, Januar 2015.

DIESELMOTORENMARKT

Für 2015 rechnen wir für den Baumaschinenmarkt in Europa und in China mit einer Seitwärtsbewegung und in Nordamerika mit einem Wachstum von 0 bis 10 %. Für die Landtechnik erwarten wir in Europa eine Marktentwicklung von –10 % bis 0 %. In China rechnen wir im Automotive-Bereich ebenfalls mit einer Seitwärtsbewegung.

Der Dieselmotorenmarkt folgt üblicherweise weitgehend den Anwendungen und Märkten der Endgeräte, in die die Motoren eingebaut werden. Aufgrund von Vorbaumotoren, die europäische Kunden im Hinblick auf die Einführung neuer Emissionsstufen bereits in 2014 erworben haben, erwarten wir im laufenden Jahr Minderbedarfe unserer Kunden.

AUFTRAGSEINGANG, ABSATZ, UMSATZ

Vor dem Hintergrund dieser Vorbaumotoreneffekte rechnen wir im laufenden Jahr mit einem Rückgang unserer Motorenverkäufe, der durch das erfolgreiche Neukundengeschäft nicht kompensiert werden kann. Im Servicebereich planen wir ein leichtes Wachstum. Regional betrachtet rechnen wir mit einem Wachstum in Nordamerika und in Asien, jedoch mit einem Rückgang in Europa.

Aufgrund des zunehmenden Anteils höherwertiger Motoren der neuen Emissionsstufen in Europa und Amerika wird sich der Dieselmotorenmarkt im Wertvolumen besser entwickeln als die Stückzahlen. Hinzu kommt, dass im Jahr 2014 aufgrund der bereits erläuterten Vorbaumotoreneffekte besonders viele kleine Motoren < 130 kW veräußert wurden – auch dies führt im Periodenvergleich zu einem positiven Preis-Mix-Effekt.

Insgesamt gehen wir von einem Umsatzrückgang in der Größenordnung von etwa 10 % aus. Nach Segmenten erwarten wir bei DCE eine deutliche Abschwächung und bei DCS ein leichtes Wachstum. Die Prognose ist im derzeitigen Umfeld naturgemäß mit einer großen Unsicherheit behaftet. Insofern bleibt eine hohe Flexibilität in unserem Geschäft ein entscheidender Wettbewerbsfaktor. Auch wenn wir unsere Flexibilität in den letzten Jahren bereits deutlich verbessert haben, werden wir auch künftig intensiv daran arbeiten, sie weiter zu erhöhen.

ERGEBNIS

Im laufenden Jahr stehen – neben dem Produktanlauf von Neumotoren, der erfolgreichen Umsetzung der Neukundenprojekte und der Implementierung der Standortoptimierung – vor allem Maßnahmen zur Effizienz- und Profitabilitätssteigerung im Vordergrund.

Wir erwarten eine moderate Verbesserung der EBIT-Marge vor Einmaleffekten gegenüber dem Jahr 2014 auf rund 3,0 %. Ergebnissteigernd wirken der Wegfall von Sonderbelastungen und die Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen im DEUTZ-Konzern. Potenziale sehen wir in der Reduzierung der Gewährleistungskosten, während sich die positiven Effekte aus der Standortoptimierung in Deutschland erst ab 2016 einstellen. Von der derzeitigen Wechselkursentwicklung des US-$ werden wir tendenziell profitieren. Belasten wird hingegen der erwartete Umsatzrückgang und damit fehlende Skaleneffekte. Wir rechnen in beiden Segmenten DCE und DCS mit einer positiven Ergebnisentwicklung.

Als Folge der höheren Ergebniserwartung rechnen wir im laufenden Geschäftsjahr mit einer leichten Steigerung des Return on Capital Employed (ROCE) gegenüber dem abgelaufenen Geschäftsjahr.

ROHSTOFFE, TARIFENTGELTE

Rohstoffpreise

Für das vor uns liegende Geschäftsjahr sehen wir die Primärmärkte in einer Seitwärtsbewegung, mit einer leichten Tendenz der preislichen Verteuerung.

Neuer Tarifabschluss erwartet

Der Tarifvertrag für die Entgelte in Deutschland ist am 31. Dezember 2014 ausgelaufen. Wir gehen davon aus, dass die Verhandlungen der Tarifvertragspartner im ersten Quartal 2015 zu einer Einigung führen werden, die den aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen in der Metall- und Elektroindustrie Rechnung trägt.

FORSCHUNGS- UND ENTWICKLUNGSAUSGABEN

Gegenüber dem Berichtsjahr rechnen wir mit leicht sinkenden Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Bei der F&E-Quote erwarten wir einen leichten Rückgang gegenüber dem Berichtsjahr.

INVESTITIONEN

Für das Geschäftsjahr 2015 erwarten wir Investitionen (vor Aktivierung von Forschungs- und Entwicklungsleistungen) von rund 50 Mio. €. Hierin sind die Investitionen zur Standortoptimierung enthalten.

AT-EQUITY KONSOLIDIERTE JOINT VENTURES

In China rechnen wir 2015 mit einem weiterhin herausfordernden und volatilen Marktumfeld. Bei unserem Joint Venture DEUTZ (Dalian) Engine Co., Ltd. erwarten wir ein weiteres Umsatzwachstum und eine leichte Ergebnissteigerung.

WORKING-CAPITAL-QUOTE, FREE CASHFLOW UND EIGENKAPITALQUOTE

Bei der Working-Capital-Quote wollen wir im Durchschnitt der Quartalsenden einen Wert von rund 14 % erreichen. Im Geschäftsjahr 2015 rechnen wir mit einem positiven Free Cashflow im niedrigen bis mittleren zweistelligen Millionen-Euro-Bereich.

Die Eigenkapitalquote, die derzeit deutlich über 40 % liegt, wollen wir auch weiterhin über diesem Wert halten. Die gute Eigenkapitalausstattung macht uns in einem volatilen Marktumfeld unabhängiger von den Kapitalmärkten.

MITARBEITER

Flexible Anpassung der Mitarbeiterzahl

Wir werden weiterhin sowohl Verträge mit flexiblen Laufzeiten abschließen als auch Mitarbeiter im Rahmen der Arbeitnehmerüberlassung beschäftigen, um auf Beschäftigungsschwankungen schnell und flexibel reagieren zu können. Darüber hinaus erlauben unsere standortspezifischen Schichtmodelle sowie die individuellen Arbeitszeitkonten der Mitarbeiter, im Bedarfsfall kurzfristig Kapazitäten auf- bzw. abzubauen.

Altersteilzeit im Rahmen des Tarifvertrags

Wie bereits im Berichtsjahr werden wir auch 2015 den »Tarifvertrag zum flexiblen Übergang in die Rente« anwenden. Damit bieten wir Mitarbeitern, die die Voraussetzungen erfüllen, die Möglichkeit, im Rahmen der tarifvertraglich festgelegten Quote über den Weg der Altersteilzeit vorzeitig in den Ruhestand zu gehen.

GESETZLICHE REGULIERUNGEN, ABGASNORMEN

In der Europäischen Union und in den USA wurde mittlerweile in allen Leistungsklassen die höchste Emissionsstufe für Dieselmotoren, also die Abgasemissionsstufe 97/68 Stufe IV beziehungsweise EPA Tier 4, eingeführt. Für die Europäische Union ist die Einführung der Stufe V für das Jahr 2019 geplant,1) die unsere mit Dieselpartikelfilter ausgestatteten TCD-Motoren im Bereich 2,9 bis 7,8 Liter Hubraum bereits heute erfüllen. Eine weitere Verschärfung der Abgasemissionsgrenzwerte in den USA ist bis dato nicht abzusehen.

1) Vorschlag der EU-Kommission zur EU Stufe V gemäß Veröffentlichung vom 25. September 2014.

 

AUSBLICK AUF DIE FOLGEJAHRE

Nachdem die Nachfrage im laufenden Jahr durch Minderbedarfe aus Vorbaumotoren des Vorjahres beeinträchtigt sein wird, erwarten wir für das Geschäftsjahr 2016 eine Normalisierung des Nachfrageverhaltens. Positive Effekte erwarten wir zudem aus dem Neukundengeschäft. Tendenziell rechnen wir weiterhin mit positiven Preis-Mix-Effekten.

Für 2016 erwarten wir insofern ein Umsatzwachstum von mehr als 10 % und eine deutliche Verbesserung der EBIT-Marge vor Einmaleffekten, insbesondere im Segment DCE.

Die globalen Megatrends wie Wachstum der Weltbevölkerung, fortschreitende Industrialisierung im Landwirtschaftssektor und Urbanisierung mit damit einhergehenden Infrastrukturinvestments unterstützen ein weiteres Wachstum des weltweiten Motorenmarktes. Somit bieten sich in den kommenden Jahren gute Chancen für die Weiterentwicklung des DEUTZ-Konzerns, die wir aktiv für profitables Wachstum nutzen wollen.

Disclaimer

Dieser Lagebericht enthält bestimmte Aussagen über zukünftige Ereignisse und Entwicklungen sowie Angaben und Einschätzungen der Gesellschaft. Solche in die Zukunft gerichteten Aussagen beinhalten bekannte und unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren, die dazu führen können, dass die tatsächlichen zukünftigen Leistungen, Entwicklungen und Ergebnisse der Gesellschaft oder der für die Gesellschaft wesentlichen Branchen wesentlich (insbesondere in negativer Hinsicht) von denjenigen abweichen, die in diesen Aussagen ausdrücklich oder implizit angenommen werden. Eine Gewähr kann folglich für die zukunftsgerichteten Aussagen in diesem Lagebericht nicht übernommen werden.