Externe Risiken

Regulatorische Risiken

Zunehmend strengere Abgasvorschriften stellen den DEUTZ-Konzern vor hohe technologische Herausforderungen, die sich negativ auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns auswirken können. Insbesondere seit dem Jahr 2011 werden die Emissionsgrenzen für Motoren in mobilen Arbeitsmaschinen und im Landtechnikbereich deutlich verschärft. Im Laufe des Jahres 2014 trat nun in Europa die EU Stufe IV in Kraft. In den USA gilt die vergleichbare Emissionsstufe US Tier 4 seit Anfang 2014 für Motoren mit einer Leistung von 130 bis 560 kW. Für kleinere Motoren mit einer Leistung von 56 bis 130 kW folgt die Einführung in 2015. Diese Verschärfungen erfordern eine zusätzliche Optimierung der Motoren sowie ihrer Regel- und Abgasnachbehandlungssysteme mit dem Ziel eines geringen Kraftstoffverbrauchs bei hoher Motordynamik und erhöhen somit die Komplexität des Gesamtsystems. Neben der Komplexität der Technik stellen auch die engen zeitlichen Vorgaben bis zur Geltung der jeweils höheren Emissionsstufen eine Herausforderung für den Konzern dar. Verzögerungen bei der Entwicklung der Produkte im Hinblick auf die neue Abgasgesetzgebung könnten beispielsweise zu höheren als den geplanten Anlaufkosten führen, was sich entsprechend ergebnisverschlechternd auswirken würde.

Um diesen regulatorischen Risiken zu begegnen, hat DEUTZ einen detaillierten Produktentwicklungsprozess definiert und als Standardprozess für alle Neu- und Weiterentwicklungsprojekte implementiert. In jeder Phase der Produktentwicklung sind die einzuhaltenden Standards und Abläufe vorgegeben. Dadurch ist eine kosten- und zeitoptimale Umsetzung sichergestellt. Darüber hinaus sieht der Prozess eine systematische Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten sowie eine enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden vor, um Kundenanforderungen optimal in das Produkt zu integrieren und die technischen Risiken in der gesamten Wertschöpfungskette zu minimieren. Zusätzlich investiert DEUTZ in Forschung und Vorentwicklung und erarbeitet in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungsinstituten frühzeitig Technologiekonzepte, die die Anforderungen der Zukunft abdecken.

Unter Beachtung der implementierten Maßnahmen stufen wir die regulatorischen Risiken im Hinblick auf die Finanz- und Ertragslage des Konzerns als »niedrig« ein.

Politische und gesellschaftliche Risiken

Durch unsere internationale Ausrichtung unterliegen wir auch Gefahren, die aus der politischen und gesellschaftlichen Einstellung unserer Zielmärkte – insbesondere der Schwellenländer – resultieren können. So könnten bestimmte Ereignisse dazu führen, dass wir die Geschäftstätigkeit an unseren Standorten nicht aufrechterhalten bzw. unsere aufgebauten Vertriebswege nicht mehr nutzen können. Auch wären dadurch negative Auswirkungen auf die Zusammenarbeit mit unseren Partnern und deren Bereitschaft für Investitionen denkbar.

Zur Minimierung derartiger Gefahren haben wir im Konzern soweit möglich Vorkehrungen getroffen. Neben der Prüfung alternativer Geschäftsstrategien sehen wir auch den Kontakt zu den entsprechenden Behörden als wesentlich an.

Angesichts der bestehenden Vorkehrungen stufen wir die politischen und gesellschaftlichen Risiken für die Erreichung unserer Finanz- und Ertragsziele als »niedrig« ein.

Marktrisiken

Wir operieren in Absatzmärkten, die unter anderem durch eine höhere Konjunkturanfälligkeit gekennzeichnet sind. Dies kann sich negativ auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des DEUTZ-Konzerns auswirken. Neben der direkten Auswirkung auf Absatz und Umsatz können sich auch negative Effekte auf die bilanziellen Wertansätze unserer Vermögenswerte ergeben. Mit unserem größten Anwendungsbereich Mobile Arbeitsmaschinen sowie mit unseren Hauptabsatzregionen Deutschland, Westeuropa und Nordamerika agieren wir in sehr zyklischen Märkten. Unser Ziel ist es, diese Zyklizität in anwendungsbezogener und regionaler Hinsicht weiter zu reduzieren. Unter anderem verfolgen wir deshalb weiterhin verstärkt den Ausbau des Bereichs Landtechnik, der einem anderen Konjunkturzyklus folgt als die anderen Anwendungsbereiche.

Mittel- und langfristig begegnen wir regionalen und anwendungsbezogenen Absatzrisiken durch die produktstrategische Ausrichtung unserer Entwicklungsaktivitäten und durch Kooperationen. Die engen Kooperationen mit Großkunden wie AB Volvo, AGCO oder SAME DEUTZ-FAHR sind von wesentlicher Bedeutung, um unsere Vertriebsziele zu erreichen.

Hinsichtlich der regionalen und der branchenbezogenen Verteilung unserer Kunden sind wir für die Zukunft sehr diversifiziert aufgestellt und beliefern in den verschiedenen Anwendungsbereichen die marktführenden Hersteller. Trotz bestehender Gegenmaßnahmen können die extern verursachten Risiken jedoch nicht vollständig beherrscht werden. Wir stufen die Marktrisiken daher weiterhin als »mittel« ein. Insbesondere die sehr unsichere konjunkturelle Entwicklung in 2015 kann sich negativ auf die Erreichung unserer Finanz- und Ertragsziele auswirken.